14.04. - 16.05.2026
ARIK BRAUER
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Arik Brauer

1929 Wien - 2021 Wien

Biografie

Fliegende Teppiche 2006

Öl auf Hartfaser
60 x 80 cm
Signiert links unten: BRAUER
Rückseitig betitelt, nummeriert und bezeichnet: 80 x 60 FLIEGENDE TEPPICHE ÖL 718
Werknummer Öl 718

Ausstellung

Belvedere, Wien 2008;
Kunsthalle Erfurt, Erfurt 2019

Literatur

Agnes Husslein-Arco, Phantastischer Realismus. Arik Brauer. Ernst Fuchs. Rudolf Hausner. Wolfgang Hutter. Anton Lehmden, Ausstellungskatalog, Belvedere, Wien 2008, Abb. S. 195 (abweichende Datierung)
Vgl.: Franz Smola, Alexandra Matzner (Hg.), Arik Brauer. Gesamt. Kunst. Werk, Ausstellungskatalog, Leopold Museum, Wien 2014/2015, Abb. S. 108;
Arik Brauer. Schieß nicht auf die blaue Blume!, Ausstellungskatalog, Kunsthaus Wien, Wien 2003/2004, Abb. S. 132 und S. 136

Stallburggasse

Weitere Informationen

"Eine Fülle von wild wuchernden Details ist für meine Malerei sicher charakteristisch. Es geht mir nicht darum, dass Symbolik und Bedeutung aller dieser Details so ausgelegt werden, wie ich es verstanden habe. Das Bild soll die Phantasie des Betrachters anregen." (Arik Brauer)

„Fliegende Teppiche“, ein orientalisches Thema, ist typisch für Arik Brauer. Wir sehen eine fernöstliche Szenerie mit einer kleinen Stadt voller Tempel und Minarette. Links davon, ganz an den vorderen Bildrand gerückt, steht ein alter Mann mit weißem Barthaar, der nach oben blickt und eine Vision hat. Der Himmel über ihm ist voller fliegender Gebilde: kleinere mit jeweils einer Person darauf sitzend, aber auch größere mit mehreren Personen. Das größte, im Zentrum des Himmels, das in seiner biomorphen Form gar nicht an einen klassischen Teppich erinnert, beherbergt eine vierköpfige Musikantentruppe. Die dunkle Hautfarbe des alten Mannes verweist auf seine Zugehörigkeit zur jüdisch-jemenitischen Volksgruppe. Die Familie Naomi Brauers, Ariks Frau, gehört dieser Gruppe an. Timna Brauer verweist auf die Ähnlichkeit des Dargestellten mit ihrem Großvater mütterlicherseits .

„Im Orient wurden Fahrrad, Auto und Flugzeug nicht erfunden, denn die Phantasie flog auf Teppichen. Im Beduinenhaushalt ist der Teppich das wichtigste Möbelstück. Man sitzt, man liegt und man träumt auf ihm.“ (Arik Brauer)

Der fliegende Teppich kommt in den Märchen aus 1001 Nacht in „Aladin und die Wunderlampe“ ebenso vor wie in der „Geschichte der messingnen Stadt“, in der König Salomo, Herrscher über Israel, seine gesamte Armee auf einem ebensolchen transportiert. Generell reist man mit diesem Transportmittel nicht wirklich, sondern lässt sich blitzschnell an sein Wunschziel teleportieren. So hat auch in vorliegendem Bild jeder Teppich seine eigene Geschichte und sein eigenes Ziel. Dabei handelt es sich bei den Musikern, den feiernden, essenden, ruhenden und erwartungsvoll schauenden Passagieren um durchwegs positive Geschichten. Sie alle genießen die unbegrenzte Freiheit des Fliegens, so wie Freiheit für Arik Brauer das absolut oberste Gebot war.

„Auf einer Bank, da sitzen drei mit Falten auf der Stirn. Die streiten schon die ganze Nacht und haben sich heiser gschrien. Sie reden von der Freiheit und wie’s a jeder möcht. A jeder sagt was anderes und alle drei habn recht. Ja, ja, die Freiheit.
Ja, ja, die Freiheit. Ja, ja, die geht uns über alles. Die geht uns über alles. Die geht uns über alls!… Die Freiheit is a schwere Last zum Tragn. Sie druckt so hart, sie kost so viel und kaaner will sich plagn! Ich sag, sie is a Rucksack, den musst am Buckl schnalln. Is schwer und trotzdem fliegst mit ihm dahin als wie a Schwalbn. Ja, ja, die Freiheit. Ja, ja, die Freiheit. Ja, ja, die geht uns über alles. Die geht uns über alles. Die geht uns über alls!“ (Arik Brauer)

(Sophie Cieslar)

Weitere Werke

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