Los Angeles 1968
Öl auf Leinwand
174 x 128 cm
Signiert und datiert rechts oben: Markus PRACHENSKY (19)68
Rückseitig signiert und datiert (2x): Markus PRACHENSKY 1968
Provenienz
Privatsammlung Wien-Dubai
Literatur
Vgl.: Klaus Albrecht Schröder, Antonia Hoerschelmann (Hg.), Markus Prachensky. Ein Hommage, Ausstellungskatalog, Albertina, Wien 2017, Abb. S. 38 f.;
Prachensky. Retrospective in Red, Ausstellungskatalog, Danubiana Meulensteen Art Museum, Bratislava 2013, Abb. S. 95 ff.;
Prachensky. Frühe und späte Werke, Ausstellungskatalog, Essl Museum, Klosterneuburg 2007/2008, S. 55 ff.;
Markus Prachensky. Eine Retrospektive, Ausstellungskatalog, Österreichische Galerie Belvedere, Wien 2002, Abb. S. 122 ff.
Weitere Informationen
„Es ist die wichtigste Farbe, sozusagen mein Leben. Rot – das ist Feuer, Liebe…Es gibt kein Bild ohne Rot. Dann finde ich keinen Zugang. Auf Rot baue ich auf.“ (Markus Prachensky)
1967 bereitet Markus Prachensky seine Übersiedlung nach Kalifornien vor. Über New York – wo er den wichtigen Kunstkritiker Clement Greenberg trifft, der sich von nun an für seine Arbeit einsetzt – reist er weiter nach Los Angeles, nimmt sich dort im Westwood Village ein Atelier und beginnt kurz darauf an den sogenannten „California Paintings“ zu arbeiten. Unter diesem Generaltitel malt der Künstler mehrere Serien von Bildern, in denen er seine Eindrücke von den kalifornischen Landschaften aber auch der pulsierenden urbanen Metropole Los Angeles verarbeitet. Hier unternimmt er Reisen in die faszinierenden Wüstenlandschaften und zu den Salzseen im Umkreis von Los Angeles, ab 1969 auch nach Nord Mexiko, die ihn zu den beiden wichtigen Serien „Red on White – Los Angeles“ und „Red on Black – Los Angeles“ inspirieren. Die Ikonografie dieser Werkserie unterscheidet sich markant von der gestischen Pinselhandschrift seiner Bilder der vorangegangenen 1960er Jahre, die im Wesentlichen vom französischen Informel und dem amerikanischen abstrakten Expressionismus inspiriert waren: Jetzt sind es monumentale, flächige, runde Formen mit präzisen Umrissen und Einschnitten, die sich auf schwarzen oder weißen Leinwänden bis an die Bildränder maximal ausdehnen. Nur mehr vereinzelt sind die so typischen Rinnspuren und Farbspritzer außerhalb der scharfen Ränder zurückgeblieben.
Markus Prachensky setzt sich hier, in diesen zwischen 1967 und 1970 entstandenen Serien explizit mit der zeitgenössischen amerikanischen Ästhetik des „Colour Field Painting“ und der daraus abgeleiteten „Hard Edge“-Malerei“ auseinander, die durch schablonenhafte, flächige, geometrische Malformen mit hart kontrastierten Kanten charakterisiert wird. Sie ist (scheinbar) emotionslos und rational gesteuert, die Künstler hinterlassen bewusst keine individuellen Pinselspuren auf der akkuraten Bildoberfläche. Anders als bei der üblicherweise eher kühlen Farbgebung dieser Strömung bleibt Markus Prachensky aber auch hier, wie in nebenstehendem frühem Meisterwerk, seinem geliebten flammenden roten Kolorit treu, das den Bildern eine vertraute, energiegeladene Monumentalität verleiht.
Die Serie Red on White – Los Angeles steht in einem eindrucksvollen Spannungsfeld zwischen europäischer und amerikanischer Avantgarde und bereits ab 1969 werden seine „California Paintings“ in Gruppenausstellungen im Los Angeles County Museum of Art, im Philadelphia Art Museum, als Soloshow im Austrian Institute in New York sowie in der berühmten Galerie nächst St. Stephan in Wien gezeigt. In den folgenden Jahren kehrt Markus Prachensky wieder zu einer stärker gestischen und farbintensiveren Ausdrucksweise zurück, was diese frühen in Kalifornien entstandenen Arbeiten innerhalb seines Oeuvres zu veritablen kunstgeschichtlichen Besonderheiten und absoluten sammlerischen Highlights der österreichischen Nachkriegskunst machen.
