14.09. - 31.10.2026
MODERN & CONTEMPORARY Herbst 2026
30

Andy Warhol

1928 Pittsburgh - 1987 New York

Biografie

Jacqueline Kennedy II 1966

(Jackie II)
Siebdruck
61 x 76,2 cm (Druckgröße) 60 x 76 cm (Passepartout-Ausschnitt)
Rückseitig Signaturstempel und nummeriert: Andy Warhol 73/200
Auflage: 200 Stück, 50 Stück römisch nummeriert

Provenienz

Privatsammlung Wien-Dubai

Literatur

Frayda Feldman, Jörg Schellmann, Andy Warhol Prints. A Catalogue Raisonné 1962-1987, Fourth Edition revised and expanded, Mailand 2003, Wkv.Nr. II.14, Abb. S. 64
Vgl.: Donna De Salvo, Andy Warhol. From A to B and Back Again, Ausstellungskatalog, Whitney Museum of American Art, New York ; San Francisco Museum of Modern Art, San Francisco; Art Institute of Chicaco, Chicago 2019/2020, Abb. S. 262 f.

Stallburggasse

Weitere Informationen

Das Attentat auf Präsident John F. Kennedy in Texas am 22. November 1963 erschütterte ganz Amerika. Andy Warhol beginnt akribisch Zeitungsausschnitte über die Ermordung des Präsidenten und sein Begräbnis zu sammeln. Als besonders interessantes Motiv erweist sich dessen junge Witwe, Jaqueline Kennedy. Mehrere Fotos von ihr wandelt Warhol in Siebdrucke um. Wir sehen Jackie in Dallas vor dem Attentat, fassungslos kurz nach den tödlichen Schüssen und trauernd beim Begräbnis ihres Mannes. Insgesamt sind es acht Motive, die der Künstler auch gespiegelt verwendet und in weiterer Folge variiert.

„Jacqueline Kennedy II“ basiert auf schwarz-weißen Fotografien vom Begräbnis in Arlington, Virginia, am 25. November 1963. In der Originalaufnahme steht die First Lady seitenverkehrt neben einem jungen Mann in Uniform. Hier sehen wir sie zweifach isoliert vor grau glänzendem Grund. Die schwarz-weiße Gestalt basiert einerseits auf der Monochromie der Vorlage – das gleiche Foto erschien etwas später in Farbe am Cover des Life Magazins – und soll andererseits die Einsamkeit und Trauer der jungen Frau, die einer ungewissen Zukunft mit zwei kleinen Kindern entgegensieht, zum Ausdruck bringen. Mit der Verdoppelung der Figur wird der gnadenlos repetitive Charakter der Massenmedien thematisiert, die diese familiäre Tragödie zur Auflagensteigerung grausam ausschlachteten. Im Gegensatz zu seinen sonst leuchtend-bunten Porträts hat sich Andy Warhol hier bewusst für eine der Situation entsprechende Monochromie entschieden. Das Werk spiegelt auch die Faszination wider, die der Tod und dessen Darstellung und Rezeption in den Massenmedien auf den Künstler ausüben.

Der Bekanntheitsgrad der First Lady in der amerikanischen Öffentlichkeit wurde durch die tragischen Ereignisse enorm gesteigert und verlieh ihr einen regelrechten Kultstatus. Als Metapher für den Mord am Präsidenten erweist sie sich für Andy Warhol als das perfekte Modell einer ganzen Reihe von Drucken, die wie eine „Zeitreise durch diese turbulenten Zeiten in ihrem Leben und in der amerikanischen Politik“ erscheinen. Obwohl Jackie Kennedy keine Hollywood-Schauspielerin war, erhielt sie durch Andy Warhols Arbeiten Starstatus und wurde neben Marilyn Monroe und Liz Taylor zur Pop-Ikone.

Weitere Werke

Das könnte Sie auch interessieren

Bringen Sie Kunst in Ihr Postfach

Follow Us