Rudolf von Alt

(Wien 1812 - 1905 Wien)

Rudolf (von) Alt wurde 1812 in Wien als Sohn des Künstlers Jakob Alt geboren, in dessen Werkstatt er, wie auch sein jüngerer Bruder Franz, seine erste Ausbildung durch Kopieren und Kolorieren von Grafiken erhielt. Ab 1825 war er Schüler der… weiterlesen

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Biografie

Rudolf von Alt

Rudolf (von) Alt wurde 1812 in Wien als Sohn des Künstlers Jakob Alt geboren, in dessen Werkstatt er, wie auch sein jüngerer Bruder Franz, seine erste Ausbildung durch Kopieren und Kolorieren von Grafiken erhielt. Ab 1825 war er Schüler der Wiener Akademie zu St. Anna und studierte seit 1829 in der Landschaftsklasse von Josef Mössmer. 1828 setzte eine jahrelange Reisetätigkeit ein, die den jungen Rudolf Alt, anfangs noch gemeinsam mit seinem Vater, durch sämtliche Regionen der österreichischen Monarchie und nach Italien führte. 1833 bis 1849 entstand die berühmte Guckkasten-Serie für Kaiser Ferdinand I. Verschiedenste Aufträge aus Adelskreisen und dem gehobenen Bürgertum folgten und Rudolf Alts Landschaftsbilder und Städteveduten avancierten rasch zu begehrten Sammlerstücken. Neben zahlreichen Preisen und Medaillen erhielt der Künstler 1848 die Mitgliedschaft an der Wiener Akademie, 1878 den Professorentitel und wurde 1892 in den Adelsstand erhoben sowie zum Ehrenbürger der Stadt Wien ernannt. Auch im fortgeschrittenen Alter war der Künstler neuen Strömungen gegenüber stets aufgeschlossen und wurde 1897 von der jüngeren Künstlergeneration zum Ehrenpräsidenten der neugegründeten Wiener Secession ernannt. Als Rudolf von Alt 1905 mit 93 Jahren starb, galt er als einer der ganz großen österreichischen Künstler des 19. Jahrhunderts. Die von Carl Moll in der Galerie Miethke veranstaltete Nachlassauktion 1906 geriet zum gesellschaftlichen Ereignis und verdeutlichte die herausragende künstlerische Position des Malers und den europaweiten Ruhm, den er bereits zu Lebzeiten erreicht hatte.

„…diese zeichnende Aquarellmalerei war neu und seit den Tagen Dürers unbekannt, sie erhebt sich turmhoch über die bloße deskriptive der Vedutisten und wird zum Ausdruck souveräner künstlerischer Gestaltung.“ 1

Mit Rudolf von Alt erreicht die Kunst des Aquarells tatsächlich einen weit über die Grenzen Österreichs ausstrahlenden Höhepunkt. Der Künstler war nach dem Wiener Kongress in den Aufbruch einer Nachkriegsgeneration hineingewachsen, deren positives Lebensgefühl, seiner Art zu sehen und malen sehr entgegenkam. Seine Bilder sind nicht zuletzt Zeugnisse seiner unermüdlichen Reisen, die ihn in deutsche Städte, nach Italien, in alle Regionen der Monarchie und nicht zuletzt nach Dalmatien und auf die Halbinsel Krim führten. Dabei ist es ihm wie keinem anderen gelungen, das lebendige Bild einer heute versunkenen Welt festzuhalten – ihre Landschaften, Städte, Sehenswürdigkeiten, den Reichtum von Schlössern und prunkvollen Interieurs genauso wie die ungeschönte Arbeits- und Lebensrealität in den proletarischen Vierteln der Wiener Vorstadt. In diesen Blättern steigert Rudolf von Alt die Ausdrucksfähigkeit des Aquarells zu bis dahin unbekannten Möglichkeiten, und so wurde er nicht ohne Grund noch als hochbetagter Künstler um die Jahrhundertwende zum Vorbild der jungen Wiener Secession, als „der modernste Maler, den Wien im 19. Jahrhundert hervorbrachte".²

¹Otto Benesch, Rudolf von Alt: 1812-1905, Gedächtnisausstellung Albertina, Wien 1955
²Ludwig Hevesi, Rudolf von Alt. Sein Leben und sein Werk, Wien 1911, S. 144

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