Gottfried Salzmann

(Saalfelden 1943)

Folgende Werke sind käuflich zu erwerben

Biografie

Gottfried Salzmann

Gottfried Salzmann wird am 26. Februar 1943 in Saalfelden geboren. 1963 bis 1965 studiert er an der Akademie der bildenden Künste in Wien bei Sergius Pauser und Maximilian Melcher. Ein Stipendium des österreichischen Bundesministeriums für Unterricht ermöglicht ihm 1965 die Fortsetzung seines Studiums an der École nationale supérieure des beaux-arts in Paris. Er zieht in die französische Metropole, wo er auch seine Frau, die französische Malerin Nicole Bottet, kennenlernt. 1968 präsentieren erste Ausstellungen in Wien, Linz und Paris das Werk von Gottfried Salzmann, das in seinem unverkennbaren Aquarellstil von Beginn an auf große Zustimmung sowohl in Österreich als auch in Frankreich stößt. 1969 übersiedelt der Künstler, fasziniert von der französischen Landschaft, dauerhaft in seine Wahlheimat. Heute lebt und arbeitet Gottfried Salzmann abwechselnd in Paris und Vence, einer kleinen Ortschaft in der Provence. Über 200 internationale Einzelausstellungen und unzählige Publikationen zum Künstler zeugen von seinem weltweiten Erfolg. Von dieser großen Wertschätzung bekunden auch mehrere Museumsretrospektiven, wie jene im Salzburger Museum Carolino Augusteum 2006, das sogar einen Saal in der Neuen Residenz nach dem Künstler benannt hat.
Zitat: „Ein umwerfender Blick von oben auf diese Stein-, Glas- und Stahlskulpturen-Landschaft mit den Rillenstrukturen der Hochhäuser, den spiegelnden Glaswänden, die sich ineinander schieben….“¹
Gottfried Salzmann zählt heute zu den prägnantesten Aquarellisten der Gegenwart und hat über Jahre ein gleichermaßen unverwechselbares Form- und Motivrepertoire entwickelt. Zahllose urbane Panoramen sind in einem jahrzehntelangen Schaffensfurioso entstanden, neuartige Blicke auf New York, San Francisco, Paris, Wien oder Tokio. Kaleidoskopartig aufgefächerte bunte Dachlandschaften, vogelperspektivisch überflogene endlose Häusermeere, tiefe Straßenschluchten mit Wolkenkratzern sowie vibrierend-zerfließende Spiegelungen an glitzernden Glasfassaden bilden einen faszinierenden, ja magischen künstlerischen Kosmos. So sind auch vorliegende (Kat.Nr. 72-74), mit verblüffender Präzision aufs Blatt gebannte New Yorker Architekturen spannende Zeugnisse seiner legendären Helikopterflüge über die atemberaubende Metropole und lassen den Betrachter unmittelbar an den schwindelerregenden Einblicken und irritierenden Perspektiven der emporschießenden architektonischen Kubaturen teilhaben. Die Strenge der auf dem Reißbrett entworfenen Skyline emporschießender Türme wird durch ein pointilistisch flirrendes, bisweilen amorph-verwaschenes Kolorit aus Türkis-, Ultramarin-, Kadmiumrot- und Ockertönen spannungsreich durchbrochen. Menschen sind aus dieser hohen Perspektive keine mehr zu sehen, lediglich Kolonnen buntfarbiger Autopunkte, die, tief am Grund dieser visionär-unwirklichen Metropolis, an einem schwarzen Gitternetz perlengleich aufgefädelt sind. Diese vielschichtigen Aquarelle vermitteln auf irritierende Weise den Eindruck des Unscharfen und Präzisen, des Formlosen und Strukturierten zugleich und fordern die geläufigen und bisweilen oberflächlichen Sehgewohnheiten des Betrachters heraus. Gottfried Salzmann schafft in einem unglaublich präzisen, langwierigen und aufwändigen Arbeitsprozess – in mehreren Durchgängen werden bereits applizierte Farben und Gitterlinien teils getilgt, partiell stehen gelassen, dann wieder abgewaschen, und aufs Neue in zahlreichen Schichten aufgetragen – ein komplexes urbanes „Palimpsest“², das einen faszinierenden und unverwechselbaren Beitrag zur zeitgenössischen Malerei darstellt.
Klaus Albrecht Schröder, Direktor der Albertina, formuliert Gottfrieds Salzmanns Einzigartigkeit folgendermaßen: „Für die Albertina zählt die museumseigene Sammlung an Salzmann-Aquarellen zum kostbarsten Schatz. Salzmann behauptet sich in der Kette von Albrecht Dürer über Josef von Alt bis zum späten Klee als legitimer Erbe und Nachfolger, nicht als Epigone. Mit Gottfried Salzmann wurde nicht nur eine scheinbar längst abgegraste Gattung wie jener der Landschaftskunst und Stadtvedute, sondern auch die unerschöpflichen Möglichkeiten einer zu Unrecht in den Hintergrund getretenen Technik rehabilitiert.“³

¹Gottfried Salzmann, Aquarelle. Landschaften und Städte, München 2000, S. 102
²Unter „Palimpsest“ versteht man ein antikes oder mittelalterliches Schriftstück, von dem der ursprüngliche Text abgeschabt oder abgewaschen und das danach neu beschriftet wurde.
³https://www.salzburgerland.com/de/magazin/kuenstler-gottfried-salzmann-im-portrait/ (zugegriffen am 30.1.2020)

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