Strampedemi 1983
Eitempera und Mischtechnik auf Leinwand
83 x 105 cm
Signiert und datiert rechts unten: Weiler (19)83
Rückseitig signiert, datiert und betitelt: Weiler (19)83 "Strampedemi"
Die Arbeit ist im Werkverzeichnis von Robert Najar unter der Nr. 860 verzeichnet.
Provenienz
Privatbesitz Wien
Literatur
Vgl.: Gottfried Boehm, Der Maler Max Weiler. Das Geistige in der Natur, 2. verbesserte Auflage, Wien 2010, Abb. S. 355;
Otto Breicha, Weiler. Die innere Figur, Salzburg 1989, Abb. S. 347 ff. und S. 355
Weitere Informationen
„Nachdem Weiler 1981 seine Professur an der Wiener Akademie niedergelegt hatte, begann eine weitere intensive Werkphase für ihn. Obwohl er in den letzten 50 Jahren bereits ein gewaltiges Oeuvre geschaffen hatte, zu dem etwa 1500 Gemälde, an die 40 Werke im öffentlichen Raum und ein zeichnerisches Werk von ca. 4000 Blättern zählen, blieben seine Kreativität und sein Schaffenseifer ungebrochen. Im Gegenteil zeichnet sein Spätwerk eine besondere Souveränität aus, der Künstler konnte nun aus dem Vollen schöpfen.
Weilers Überzeugung, dass Natur und Spiritualität untrennbar miteinander verwachsen sind, gewann im Spätwerk neue Überzeugungskraft. Er beherrschte seine Formensprache, die sich so sehr von den Arbeiten zeitgenössischer Künstler unterscheidet, und malte nun mit einer Farbenpracht und Selbstsicherheit, die ekstatische Dimensionen annahm.
Dabei ging Weiler bis zuletzt einen ganz eigenen Weg, der mit keiner der zeitgenössischen Strömungen in Österreich zu vereinbaren war. Stets blieb er bei der Natur jenseits gängiger Landschafts-Schemata, um die sich sein künstlerisches Universum drehte, und beim steten „Gedanken an Metamorphose, von ‚Allem in Einem‘. Das Natürliche verschränkt sich mit Affekten, dem Seelischen und Geistigen zu einer dichten Wirkungsgröße.“
In Weilers Bildern gibt es keine Perspektiven, die Nah und Fern definieren, keine Schatten, keine Lichteffekte. Der Blick des Betrachters schweift ohne Anleitung tastend über die pflanzen- und landschaftsartigen Formationen. Immer wieder geben Titel Hilfestellungen, aber nicht verlässlich. „Einzelne Flecken oder Linien wachsen aus dem Bildgrund und entwerfen eine Natur, die von einer durchdringenden und alles bewegenden Energie erfasst ist.“
In „Strampedemi“ bietet uns Weiler keine Lese-Hilfe. Er bezieht sich in diesem Titel auf ein altes Schlachten-Lied aus dem 16. Jahrhundert, das teils in Deutsch, teils in Italienisch verfasst ist und von den Landsknechten während der Feldzüge gesungen wurde. Ob die braungrün aufragenden Formen mit den zartvioletten Schleiern im Hintergrund und den blauen Sternen an die marschierenden Landsknechte erinnern sollen oder die Verbildlichung der Töne und Melodie des alten Marschliedes sind? Eine genaue Erklärung ist nicht nötig. Man schaue und fühle.“
(Ina Waldstein-Wartenberg)

